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Letzte Woche bei Diamond. Heute habe ich ein Flugzeug kaputt gemacht:) Die DA20 bekommt eine spezielle ELT Halterung fuer die US Airforce, diese wurde von mir ausgelegt, danach im Prototyp Metal Shop gebaut und heute musste ich es testen. Bei der Konstruktion verliess ich mich voll und ganz auf meinen Chef, also keine Schande ueber mich :)
Jedenfalls habe ich verschiedene Belastungetest mit Ivan durchgefuehrt und bei einer seitlicher Belastung von 900N wurde das Teil aus dem Rumpfinnenraum gebrochen:) Es sollte mindestens 1000N abkoennen. Die Halterung wurde dann ausgebaut, das Teil etwas modifiziert und dann die Test nach dem Mittagessen wiederholt. Jetzt haelt alles.
Dann beschaeftige ich mich mit einer Widerstandssimulation fuer das DA42 Fahrwerk. Das ist eine Art Klappe die unten am Rumpf ausgefahren werden kann und einen vergleichbaren Widerstand erzeugen soll. Berechnung dessen hat echt Spass gemacht, leider kann ich den Einbau und die Tests nicht mehr selber miterleben. First Article Inspections stehen immer mal wieder auf dem Plan, mitterweile auch fuer den DJet.
Mit dem Baby habe ich die meiste Zeit in Kanada verbacht, ich suche noch nen Sponsor, der mir eine 42 schenkt:

Letzte Woche bin ich mit meinen Kollegen und Tara ausgegangen. Das Ziel meiner Arbeitskollegen, ohne mein Wissen, war ein totales Besaeufniss. Wir haben uns am Dienstag in Logans Haus getroffen, Peter, Ben, Shwan, Collin, Logan, mein Chef Hasib, Tara und ein paar andere Frauen. Fuer Kanadier ist es „exciting“ danach in einen Stripclub zu gehen, in diesem hat Tara dann mit einer Stripperin einen Lap Dance vorgelegt… Sowas hatten die Kanadier noch nicht erlebt, ich kenne Tara ja mittlerweile.
Am naechsten Morgen war die Abteilung Engineering wohl nicht die produktivste bei Diamond. Ich war, wie alle, noch angetrunken und konnte kein Deutsch mehr sprechen. Mittlerweile denke ich meistens auf Englisch und das Umschalten zu Deutsch gelingt nur mit Anstrengung. Mein Chef hat alles mit Humor gesehen, das ist eine Seite der kanadischen Mentalitaet.
Am Donnerstag ist mein Abschiedabend von Diamond, ich habe um die 25 Leute eingeladen, Tara, Josh, Sara und Petra haben sich den Freitag freigenommen.
Neben vielem feiern, ausgehen und zusammenzitzen, an den Wochenenden und unter der Woche, habe ich weiter die kommenden Reisen geplant.
Raphael, meine Mutter und mein Vater kommen Dienstag hier in London an. Danach gibts eine persoenliche Rundfuehrung durch Diamond. In den kommenden Wochen werden wir ein paar Tage in Toronto sein, im Algonqiun Park Eisangeln, Hundeschlitten und Scooter fahren, an den Niagarafaellen uebernachten, uns Washington anschauen und die gemeinsame Reise in New York beenden.
Mama und Papa fliegen zurueck nach Deutschland, waehrend Raphael und ich uns auf den Weg nach Los Angeles machen. Fuenf Tage in LA, danach mit einem Wohnwagen Richtung Las Vegas, Grand Canyon, Death Valley, Yosemite, San Francisco und Rueckflug nach Deutschland von Vancouver aus. Alles zusammen in einem Zeitraum von fuenfeinhalb Wochen.

schneeberg

Das Video ist von einer Band hier aus Ontario, 120km entfernt von London. Josh kennt zwei der Bandmitglieder und lustigerweise wird dieses Lied jeden Morgen zwischen 7 und 8 Uhr im Radio gespielt. Das könnte evtl. die Arbeitsweise einiger Kanadier beschreiben, aber auf jeden Fall habe ich einen Ohrwurm von dem Lied:

Am Wochenende konnte ich einen Schneeberg auf dem Weg zu einer Shopping Mall fotografieren. Der Berg  muss noch bedeutend größer gewesen sein, denn es hat die Woche davor getaut. Ich habe auch keine Ahnung, wie die Kanadier diesen Berg auf den Parkplatz gebaut haben, ich vermute mal mit einer Art Schneekanone. Üblicherweise wird der Schnee aber mit LKWs aus der Stadt gefahren.

Schneeberg

Schneeberg

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Tara und Josh sind fröhliche Menschen:)

No 2

No 2

Am Montag war Family Day in Kanada, ein Feiertag. Ich war zu Tara und Joshs Eltern auf die Farm eingeladen und konnte meinen ersten Truthahn essen. Wir sind zum Mittag aufs Land gefahren und es war genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Farm liegt irgendwo im Nirgendwo. Das ganze Erdgeschoss besteht aus einem Küchen-Ess-Wohnraum. Die Frauen haben gekocht, während die Männer sich biertrinkend unterhalten haben, nebenbei lief eine Art kanadische Countrymusik und die Hunde haben Stinktiere gejagd(das hatte ich jetzt nicht erwartet)…

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Es taut. Seit mehreren Tagen pendelt die Temeratur am Tage um die Null bis Sieben Grad C. Mittlerweile haben sich die Fußgängerwege zu Eisflächen verwandelt und die Landschaft sieht ziemlich „schmutzig“ aus.
Ich bin der Hoffnung, dass es der Frühling ist, aber meine kanadischen Freunde enttäuschen mich jedes mal. Sie meinen, der Winter(Temperaturen bis -20°C) dauert bis Ende März, dann kommen zwei Wochen Frühling und ab gehts in den Sommer mit heißen Temperaturen. Zu beachten ist, dass die Kanadier ein ganz besonderes Verständnis vom Wetter haben…
Eigentlich kann ich nicht glauben wie schnell doch die Zeit vorbeigeflogen ist.
Momentan plane ich die fünfwöchige Reise in den USA, nur noch dreieinhalb Wochen und es geht los… Ich kann leider nur schwer meine ganzen Eindrücke und Erfahrungen hier im Blog zusammenfassen und muss sagen, dass ich mich hier richtig eingelebt habe. Kanada ist vollkommen unterschiedlich zu Europa/Deutschland, aber man kann daran gefallen finden.

Die Amis sind auch zeimlich lustig, alle DA Mitarbeite müssen ein „C-TPAT Security Training “ absolvieren.

Ladies and Gentlemen,

Diamond Aircraft is in the final stages of certifying for the U.S. Customs and Border Protection Agency’s C-TPAT program. C-TPAT is Commercial-Trade Partners Against Terrorism. One requirement of this program is that ALL employees and contract workers of Diamond Aircraft (Canada) must attend the C-TPAT Security Training (verified later during the US Customs Validation Review of our facility).

Dates (confirmed): Thursday, February 26th and Friday, February 27th.
Participants/session: 80

Trainer: Mike Daly – Livingston Consulting

Ich werde jetzt noch auf einen Wein nach unten zu Tara und ein paar ihrer Freunde gehen.

Gegen 17 Uhr sind wir dann in Prince Rupert eingelaufen. Da es keine
Busverbindung zu unserer nächsten Bleibe, dem Pioneer Hostel, gab,
wurden wir von der Besitzerin des stylischen und gemütlichen Hostels
abgeholt. Die Bettwäschen und Lampen passten nämlich sogar zu der
jeweiligen Wandfarbe des Zimmers, Lea konnte ihr Glück kaum fassen.

Unser Abendessen fiel etwas mager aus – wie überhaupt jedes Essen in
diesen Tagen. Wir haben nämlich die Feiertage komplett unterschätzt und
waren daher immer auf die wenigen offenen Restaurants bzw. Läden
angewiesen, die es so gab. In ganz Prince Rupert war das ein Liquid
Store und eine Tankstelle und so haben wir uns an diesem Abend mit Chips
und Wein zufrieden gegeben und sind am nächsten Morgen natürlich ohne
Frühstück wieder losgezogen.

Und zwar bei einem Schneesturm. Ich musste bei diesem Wetter morgens
auch noch Geld holen, während Lea die Sachen gepackt hat und dann sind
wir mit einem chinesischen Taxifahrer, bei dem ich wirklich nicht
wusste, ob er nun Englisch oder Chinesisch spricht zum Bahnhof gefahren, wo unser Zug dieses Mal überpünktlich, dh. 5
Minuten zu früh, abgefahren ist. Die Kanadier haben es echt nicht
raus ;)

Im Zug waren wir einfach nur hungrig, weil wir dort unsere letzten Brot
und Käsereste bereits aufgebraucht hatten und dann zu unserem
Erschrecken feststellen mussten, dass wir für 10 Stunden in einem Zug
ohne Speisewagen festsitzen würden. Aber zum Glück gibt es ja die Zeugen
Jehovas! Neben uns saß nämlich eine ganze Gruppe von denen und eine der
Frauen hat uns etwas von ihrem Salat abgegeben. Dafür mussten wir
natürlich für einige Fotos posieren, aber das haben wir dafür gerne
gemacht.

Als Dankeschön haben sie außerdem eine der beiden Lindt-Schokoladen, die
ich aus Deutschland mitgebracht habe, bekommen und eine von den Frauen
hat uns dann absolut ausreichende 10$ gegeben, damit wir ihr weitere
Schokoladentafeln aus Deutschland nach Kanada schicken.

Unser Zug kam sogar pünktlich in Prince George an. Hungrig waren wir
natürlich immer noch und da damit zu rechnen war, dass die meisten Läden
immer noch zu waren, waren wir heilfroh darüber, uns eine etwas teurerer
B&B- Übernachtung (90$) reserviert zu haben. Die Frau hatte uns nämlich
zuvor versprochen, uns vom Bahnhof abzuholen und am nächsten Morgen nach
einem Frühstück auch wieder zum Bus zu bringen.

Tja, das Problem war nur, dass sie eingeschneit war und uns nicht
abholen konnte. Wir mussten daher in einem Motel schlafen, dessen
einziger (!) Vorteil die zentrale Lage war und waren ziemlich
enttäuscht.

Und es wurde nicht besser, als wir das Zimmer betreten haben und es –
sagen wir mal – etwas streng gerochen hat. Trotz allem haben wir die
Sachen ausgepackt, Lea hat geduscht und ich habe mich schon mal ins
Bett gelegt. Die ganze Zeit über haben wir aber nicht die Toilette
genutzt und als ich das dann gegen 23h vorhatte, mussten wir
feststellen, dass sie nicht geputzt war und dies sehr deutlich zu
erkennen war.

Und was wurde dann überhaupt geputzt?

Die Frau an der Rezeption hat uns dann mitgeteilt, dass wir
versehentlich (oder auch nicht?) in einem „Stunden-Zimmer“ gelandet
wären und dann haben wir ein neues, größeres Zimmer bekommen, vor dem
wir uns dann aber auch geekelt haben. Diese Nacht haben wir also in
unseren Schlafsäcken verbracht.

Die Nacht in Prince George war übrigens eh eine Übernachtung, die wir
wirklich nur gemacht haben, weil der Zug dort über Nacht nicht weiter
fuhr. Unser eigentliches Ziel war ja wieder Jasper.

Wären wir am nächsten Tag mit dem Zug weiter nach Jasper gefahren (wie
wir es ursprünglich vorhatten), hätten wir den Zug nach Toronto genau um
1,5 Stunden verpasst und hätten weitere 2 Tage in Jasper verbringen
„müssen“. Weil wir Jasper aber schon so gut kannten, haben wir uns dazu
entschlossen, dass System zu überlisten und den Bus zu nehmen, der
schneller war.

Nach einer kurzen Nacht, mussten wir dann um 5.30h schon wieder
aufstehen, um den Bus zu bekommen. Auf die Busfahrt hatten wir überhaupt
keine Lust, aber immerhin dachten wir zu diesem Zeitpunkt, dass es die
letzte längere Busfahrt in Kanada wäre.

Tja und was kommt nun? Natürlich! Der Bus hatte Verspätung. Dieses Mal
haben wir aber einen richtigen Schock bekommen, da wir schon unseren Zug
in Jasper davon fahren sehen haben und das obwohl wir doch alles so gut
geplant hatten. Aber nein, es hat alles gut geklappt. Die Verspätung
hatte sogar noch den Vorteil, dass ich ganz in Ruhe im großen Supermarkt
nebenan einkaufen konnte und wir endlich wieder was zu Essen hatten.

In Jasper angekommen hatten wir sogar noch eine gute Stunde bis zur
Abfahrt nach Toronto Zeit. Wir haben dann mal wieder unsere altbekannten
Plätze eingenommen, unsere Bahnhofsfreunde gegrüßt und ein bisschen im
Internet gesurft.

Da es noch ziemlich leer im Bahnhof war, bin ich dann irgendwann mal
zum Viarail-Schalter geschlendert, um nachzufragen, ob der Zug denn
pünktlich käme.

Aber nein: Der Zug kam gar nicht!

Nachdem der Zug in Vancouver aus den Schienen gesprungen ist, konnte die
Zugfahrt leider nicht fortgesetzt werden und so wurden wir auf den Zug
in 3 Tagen vertröstet und das nachdem wir das ganze System doch so toll
überlistet hatten.

Das war natürlich keine Option für uns und so gingen die Verhandlungen
mit Viarail los. Unser großes Glück dabei war, dass wir die Zugfahrten
schon fest gebucht hatten und wir daher Anspruch auf Ersatz hatten.

Flüge waren Viarail leider zu teuer, aber schlussendlich haben sie sich
dann mit uns darauf geeinigt, uns die Busfahrt nach Toronto zu zahlen:
400$ pro Person für 3 8 0 0 k m B u s f a h r e n !

Als wir die Tickets in der Hand hatten, die insgesamt fast so lang waren
wie Lea groß ist und wir langsam realisiert haben, was wir da vorhaben,
war Lea sprachlos vor Schock. Mit dem Bus haben wir ja bis dahin
wirklich gar keine guten Erfahrungen gemacht und die Vorstellung auf
Greyhound angewiesen zu sein, war nun wirklich keine Gute!

Unsere letzte Information, bevor der Viarailschalter geschlossen wurde,
war, dass der Bus 30 Minuten Verspätung hat.

Dabei ist es nicht geblieben. Wir haben insgesamt 3 Stunden am Bahnhof
verbracht und wussten damit auch, dass wir den Anschlussbus in Edmonton
verpassen würden. Die Situation war zum Verzweifeln.

Mit uns haben auch zwei andere interessante Leute gewartet. Zum einen
der Busfahrer, der den Busfahrer des Busses auf den wir gewartet haben,
ablösen sollte und eine Französin, die zu Besuch bei ihrer Tochter in
Jasper war.

Der Busfahrer kannte unsere Vorgeschichte und hatte echt Mitleid mit
uns, aber nur bei Mitleid ist es für ihn nicht geblieben. Er hat sich
nämlich für uns eingesetzt, indem er durch einige Telefonate dafür
gesorgt hat, dass unsere Reise in Edmonton nicht unterbrochen wird.
Seinen Einfluss haben wir noch gute 1000 km später gemerkt und ihm haben
wir wohl auch zu verdanken, dass wir in der normalen Zeit in Toronto
angekommen sind, aber dazu gleich mehr.

Die Französin hat auf einen anderen Bus gewartet und hat es vorgezogen
dies am Bahnhof zu tun, da sie sich zuvor mit ihrer Tochter gestritten
hat und ihren Kurzurlaub dort verfrüht abgebrochen hat.

Wir und unsere „crazy story“ waren wohl die Rettung ihres Abends und sie
vielleicht auch die von unserem?

Wir haben uns jedenfalls unheimlich lustig mit ihr unterhalten!

Als der Bus endlich kam, sind wir eingestiegen ohne zu wissen, was noch
passieren würde. Uns war es mittlerweile fast egal, wir wollten einfach
nur nicht in Jasper bleiben.

Mitten in der Nacht sind wir dann in Edmonton angekommen und unser
Anschlussbus war natürlich schon weg. Allerdings wurden wir beim
Aussteigen schon Abgefangen. Wir sollten uns keine Sorgen machen, denn
wir würden mit einem 2. Bus den verpassten Bus einholen.

Und diesem verpassten Bus sind wir dann ca. 600 km hinterher gereist!
Erst mit dem besagten Bus und dann noch mit einem Taxi (alleine über
300km)!

Wir sind dann – nach 3 Nächten im Bus – absolut pünktlich morgens um
5.30h in Toronto angekommen. Unser Hostelzimmer konnten wir so früh noch
nicht beziehen, aber immerhin konnten wir duschen und frühstücken.

Wir hätten zwar gerne noch ein bisschen geschlafen, aber da wir nicht
wussten wo, haben wir uns mit einem Kaffee gestärkt und die Müdigkeit
unterdrückt. Lea ist einmal eingeschlafen, nämlich als
ich  sie im Future-Shop vorm Fernseher geparkt habe um endlich mal in Ruhe den Laden zu begutachten.

Ansonsten waren wir shoppen (ich besitzt jetzt einen eigenen
Trecking-Rucksack und Lea noch mehr Esprit-Sachen), haben im Hostel
noch gemütlich gekocht und dann unser 4-Bett-Zimmer mit einem netten
Inder bezogen.

Der nächste Tag war dann auch schon Silvester!! Wir waren echt ein
bisschen planlos, was den Abend betraf und sind erst mal gemütlich durch
die Stadt gelaufen, mit dem Ziel uns Wein für den Abend zu kaufen und
unser blödes 8-Bett-Zimmer gegen ein gemütliches Hotelzimmer
einzutauschen.

Dass die Alkoholläden allerdings nur bis 18h offen hatten, haben wir
nicht beachtet und so standen wir dann um 18.30h völlig frustriert vor
unserem Hostel.

Ab da wurde der Abend allerdings besser;) Aufgrund der Fehlbuchung des
Hostels sind wir ja erst in einem 8-Bett-Zimmer gelandet und als
Entschuldigung konnten wir bis dahin schon einmal umsonst frühstücken
und hatten noch unsere Abendessengutscheine über.

Das tolle war jetzt aber, dass das Hostel uns entgegen unserer Erwartung
doch noch ein 4-Bett-Zimmer geben konnte (wieder mit dem netten Inder
vom Vortag) und wir aber trotzdem noch umsonst zu Abend essen konnten.
Der Koch, der eigentlich schon Feierabend hatte, hat uns dann noch ein
herrliches Essen gezaubert.

Wir haben uns dann chic gemacht und sind absolut ziellos losgezogen.
Bei der kleinen Reise durch Toronto haben wir immerhin noch das
Tunnelsystem unter der Erde ausfindig gemacht und waren später dann noch
Cocktails trinken. Dort sind wir dann auch – 6 Stunden später als ihr
Leser(Mama und Papa^^) – ins neue Jahr gerutscht.

Am nächsten Morgen haben wir um 10.15h rausgefunden, dass der Zug nach
London um 11.00h und dann erst wieder um 17h fährt. Wir haben also in
Rekordzeit angezogen, unsere Rucksäcke gepackt, die Sachen aus dem
Schließfach und aus der Küche geholt und sind zum Bahnhof gelaufen –
schnell gelaufen!! Wäre der Zug überpüntklich abgefahren, hätten wir ihn
verpasst, aber so waren wir nur die letzten zugestiegenen Passagiere.

Im Zug haben übrigens einige Leute ihren Rausch der letzten Nacht
ausgeschlafen und teilweise fast ausgekotzt. Mir wars egal, Lea
fands total ekelhaft, zum kotzen.

In London angekommen hat Lea erst mal meine Mitbewohner, inkl. Toby
kennen gelernt. Laut Tara hat Toby zwei Wochen lang jeden
Tag vergeblich mein Zimmer aufgesucht und es dann erst aufgegeben.

das Ende des Januars

Lange nicht mehr gemeldet. Im Moment habe ich eigentlich keine Zeit mehr. Bei Diamond hat sich einiges verändert. Auf Grund der Wirtschatfskrise verkauft sich die DA40 nicht mehr in so hohen Stückzahlen und momentan wird noch an den neuen Motoren der DA42 gearbeitet. Aus diesem Grunde hat Diamond 180 der knapp 700 Mitarbeiter in den unbefristeten/unbezahlten Urlaub geschickt. Dabei sind die Meisten aus der Produktion und Qualitätskontrolle/Verwaltung/Ein und Verkauf. Ingenieure sind keine betroffen, wobei eine Praktikantin(Österreicherin und irgendwas mit FH Elektrotechnik) zum 31.1 wieder bei Diamond aufhört.
Abgesehen von dieser sehr unangenehmen Erfahrung hat sich meine Arbeit somit verdoppelt. Wie früher schonmal erwähnt, steht die Wiederproduktion der DA42 an oberster Stelle. Nachdem unser Department, verantwortlich für die Entwicklung, die Zeichnungen fertig gemacht hat müssen wir nun auch FAI „First Articl Inspection“ machen. Bedeutet, dass wir die ca. 400 neuen Zeichnungen an den Prototypen der DA42 überprüfen, eine ziemlich aufwendige und sehr stressige Arbeit. Ich bin dabei für die elektronischen Bauteile zuständig, ich überprüfe also jedes Käbelchen, zu einem Widerstand zu einem Steuermotor, durch eine Diode, etc. pp.. Das kann man sich nicht vorstellen, wenn mans nicht sieht… Für eine Zeichnung wird im Schnitt 3h benötigt. Macht 1200h, wir machen das mit 5 Leuten, 10h am Tag macht 24 Arbeitstage für Jeden. Der Plan ist, es in 10 Arbeitstagen zu schaffen…. Soweit dazu.

Am Wochenende war ich in Detroit, Heiko(Braunschweiger Studienkollege) besuchen. Er macht ein Praktikum bei VW(Markteinführung des VW Routan). Zusammen mit ihm sind da noch andere Deutsche, mit denen wir am Freitag und Samstag, zusammen mit ein paar Au Pairs unterwegs waren. Die Praktikanten werden dort ziemlich mit Autos verwöhnt, ne Heiko?
Also ich hatte die Gelegenheit mit nem nagelneuen Audi Q7 durch die Gegend zu fahren und auch Abends damit zu Clubs zu fahren… Heiko selbst fährt einen VW Passat und einen Routan. Soweit ich das verstanden habe, gibts dann auch noch wahlweise Audis von S4 bis A6, irgendwelche Sportwagen und alles garniert mit einer Tankkarte von VW…
Das Bild zeigt die Praktikangenwagen Q7 und Passat vor Heikos Gastelternhaus.

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Am Samstag haben wir die Motorshow in Detroit besucht, ich fands so spannend, dass ich nur ein Bild gemacht habe:

warten auf die Anderen(12 Menschen sind sehr unübersichtlich)

warten auf die Anderen(12 Menschen sind sehr unübersichtlich)

Am Sonntagmorgen bin ich wieder, zusammen mit Christiane(die Österreicherin, die Ende Januar Diamond wieder verläßt) nach London zurück gefahren. Tara und Petra hatte mich auf mein erstes Kanadisches Hockeyspiel eingeladen. Sie hatte eine Art Box gemietet. Das Spiel hat um 2pm angefangen und war äußerst interessant. Wir haben ziemlich viel getrunken und noch zusammen mit Josh, Steve, Sara, Petra und Tara einen „lustigen“ Abend hier in Taras Haus verbracht.

Josh(r),Sara(J.Freundin),Petra(nebn.mir) und Tina

Josh(r),Sara(J.Freundin),Petra(nebn.mir) und Tina

London führt und siegte auch

London führt und siegte auch

) und Sara

(v.l.n.r.)Petra,Steve,Josh,Tara,Zuschauer:) und Sara

Meine Homies Tara und Petra ^^

Meine Homies Tara und Petra ^^

Das Wetter ist hier der Hammer. Seit 4 Wochen immer zweistellig, teilweise um die -20°C(ohne Windchill).

aktuelles wetter, nachdem ich bei der Arbeit angekommen war

aktuelles wetter, nachdem ich bei der Arbeit angekommen war

Als ich heute Morgen zur Arbeit gelaufen bin, musste ich live einen Unfall bei starkem Schneefall miterleben. Zwei Autos sind frontal und seitlich ineinander gefahren und haben sich richtig schön gedreht. Danach sind einfach alle anderen Autos und auch ein Füßgänger weiter ihren Weg gegangen. Ich bin zu einem der Autos hin, eine andere Frau hat dann auch auf der Kreuzung angehalten und die Warnblinkanlage angeschaltet.
Der Fahre von „meinem“ Auto stand sichtlich unter Schock. Zuerst hat er mein Klopfen nicht bemerkt und nach 20s die Scheibe runtergekurbelt. Nachdem ich ihn gefragt habe, ob alles ok sein, fing er an mich zu beschimpfen und wollte wissen warum ich so schnell gefahren sein. Musste ihn aufklären, dass ich nicht der andere Fahrer sei, ihn darauf hinweisen mal seine Warnblinkanlage anzuschalten und habe ihn nochmal gefragt, ob wirklich alles ok sei, also der Nacken nicht schmerzt etc. Nach meinem letzten Tipp, dann jetzt die Polizei zu rufen bin ich weiter zu Diamond gelaufen. Später auf der Arbeit habe ich dann erfahren, dass es heute Morgen ziemlich viele Unfälle gab.

Irgendwann werde ich noch den letzten Teil unseres Reiseberichts veröffentlichen, er ist soweit geschrieben.

Während Lea versuchte, ohne Wasser Kaffee zu kochen und auch die Verpackung des Kaffees nichts für sie war habe ich meine Sachen zusammengepackt. Die Temperatur war auf -32°C gestiegen.
Wir sind zwei Stunden vor unserer Abfahrt zum Bahnhof aufgebrochen, um mit dem Telefon dort weitere Hostels anzurufen. In Kanada gibt es oft freie Nummern, sodass ich ganz entspannt und kostenlos telefonieren konnte.
Der Zug kam dann mit einer dreistündigen Verspätung an, was die meisten Fahrgäste scheinbar gewusst haben, da sie erst kurz vor der Ankunft ganz gemütlich am Bahnhof eingetrudelt sind.
Während des Wartens konnten wir angeleinte Kinder beobachten und uns vor Lachen kaum halten. Auch wollten wir die Zugfahrt professioneller angehen, die großen Rucksäcke wurden aufgegeben und wir reisten nur mit zwei kleinen.
Nach dem Aufenthalt in Jasper waren wir übrigens im Bahnhof ganz bekannt. Die Leute von Viarail, unsere Autovermieter und die Leute vom Kiosk waren bestens informiert über unsere weitere Reise und wussten daher auch schon, dass unser Weg Jasper noch mal kreuzen würde.

Im Zug nach Vancouver haben wir wieder eine Nacht im Sitzen geschlafen und sollten dann eigentlich am nächsten Morgen in Vancouver ankommen – im verschneiten Vancouver sollte man vielleicht betonen! Das ist nämlich äußert selten und soll vor 15 Jahre zuletzt vorkommen sein.
In Vancouver kamen wir allerdings nicht so schnell an, der Zug ist kurz vor der Stadt einfach nicht mehr weiter gefahren und als wir endlich den Bahnhof erreicht hatten, mussten wir feststellen, dass an unseren großen Rucksäcken Tierhaaren geklebt haben und als ich dann auch noch feststellen musste, dass mein Rucksack nach Pisse gestunken hat, waren wir doch langsam etwas sauer!
Ich habe mich bei ViaRail beschwert und 50$ für die Reinigung bekommen.
Entspannen konnten wir uns dann bei unserem kleinen Fußmarsch zum Hostel mitten in Vancouver. Dort angekommen haben wir unsere Sachen im Zweibettzimmer abgestellt und sind Pizza essen gegangen.Nach Verhandlungen bekamen wir „All you can eat“ mit zwei Getränken für 10$. Danach wollten wir duschen und noch mal was trinken gehen, aber ich bin noch in Klamotten auf dem Bett eingeschlafen….
Am nächsten Tag waren wir sehr augeschlafen und sind gleich um 7h aufgestanden, haben unser Gepäck gelagert und sind Richtung Stanley-Park aufgebrochen. Dorthin haben wir eine Menge Umwege genommen, weil es so viele interessante Ecken zu sehen gab und manchmal fiel unsere Entscheidung, welchen Weg wir nehmen sollen, auch einfach danach, wie gut der Weg geräumt war.

Man konnte merken, dass die Leute in Vancouver keinen Schnee gewöhnt sind. Dort ist alles, genau wie in Deutschland nach einem kurzen Wintereinbruch, zusammengebrochen.
Das schöne an dem Wetter war die Ruhe, die wir dort einen Tag vor Weihnachten hatten. Obwohl wir Downtown unterwegs waren, sind uns so früh morgens kaum Leute begegnet, v.a. nicht zu Fuß. Wir haben noch einem netten japanischen Pärchen geholfen, ihr Auto aus den Schneemassen zu befreien, indem wir angeschoben haben und später haben wir noch einen seltsamen Typen im Park getroffen, der uns erzählt hat, dass er kurz zuvor ein Wolf-ähnliches Tier gesehen hätte.
Dieses Tier konnten wir dann kurze Zeit später auch bewundern: ein Kojote, der überhaupt nicht menschenscheu war.
Vom Park aus hat man einen tollen Blick auf die Skyline von Vancouver und den davor startenden und landenden Wasserflugzeugen. Das hat natürlich den Piloteninstinkt geweckt und so war unser nächstes Ziel die Anlegestelle der Wasserflugzeuge. Von dort aus hätten wir auch wunderbar in einer Stunde zu unserem nächsten Ziel, nämlich Nanaimo auf Vancouver Island, fliegen können, aber aus finanziellen Gründen haben wir dann doch lieber die Fähre genommen. Also Sachen aus dem Hostel holen und mit dem Bus zum Fährenhafen Horseshoe Bay fahren, um mit der 17h-Fähre überzusetzen. Wir waren nicht die Einzigen mit dieser Idee! Der Bus war komplett voll und die Fähre sowieso. Vancouver Island ist wohl ein ganz beliebtes Ziel über die Feiertage.
Immer dann, wenn wir unsere großen Rucksäcken aufgeschnallt hatten, haben wir auch die breite Aufmerksamkeit unserer Umgebung erhalten. Im Bus war speziell eine Frau sehr neugierig und hat lang und breit mit uns gequatscht, aber auch die anderen Fahrgäste haben interessiert zugehört, was wir immer wieder dann gemerkt haben, wenn die Frau eine von unseren Fragen zu Einwohnerzahlen in Vancouver und Umgebung nicht beantworten konnte und sich dann jemand anderes zu Wort gemeldet hat.
Die Fährenfahrt nach Nanaimo ging recht schnell vorbei (1,5 Std). Der Hafen dort lag allerdings wieder etwas außerhalb und so konnten wir nicht, wie sonst, zu Fuß zum Hostel laufen, sondern waren auf den Bus angewiesen. Und der hat auf sich warten lassen…
Während alle anderen Personen in Autos und Taxis verschwunden sind, waren wir die einzigen Personen an der Bushaltestelle und haben bei Schneefall auf unseren Bus Nr. 2 gewartet.
Im schönsten Hostel Kanadas angekommen, konnten wir auch mal wieder mit anderen Leuten Deutsch sprechen, denn alleine zwei Mitarbeiter dort waren deutsche Austauschstudenten.
Am nächsten Morgen gings dann schon früh weiter mit dem Bus zum nördlichen Punkt der Insel nach Port Hardy. Da dies der einzige Bus an diesem Tag war, die Fähre im Winter nur einmal die Woche fährt und unsere weitere Reise davon abhing, nicht zu verschlafen, hat Lea in dieser Nacht fast gar kein Auge zubekommen. Ich dagegen habe tief und fest geschlafen, ich konnte mich ja auf den Wecker verlassen.
Es hatte die ganze Nacht über geschneit und so mussten wir durch die natürlich noch nicht geräumten Straßen zur Greyhound-Bushaltestelle stampfen. Zu Fuß ist in Kanada eigentlich sowieso niemand unterwegs und mit so viel Gepäck würde erst Recht kein Kanadier von A nach B laufen. Somit war es wohl kein Wunder, dass unser Weg noch nicht frei war.
Die Busse in Kanada werden alle von dem Unternehmen Greyhound betrieben, das zwar auf den ersten Blick absolut unorganisiert erscheint, aber auf den zweiten Blick erkennt man doch ein System dahinter.
Als wir gerade unsere Rucksäcke verstaut hatten und einsteigen wollten, war der Bus voll. Einfach voll…
Als Europäer war es für uns unvorstellbar, dass ein Busunternehmen keinen Überblick über seine Fahrgäste hat und dann noch ganz spontan ein zweiter Bus und Busfahrer organisiert werden musste. Wir sollten uns aber einfach keine Sorgen machen, da wir an einem Zwischenhalt wieder in den Bus mit unserem Gepäck umsteigen könnten, wurde uns versichert.
Wir haben dann also 30 Minuten mit 8 Leuten gewartet, u.a. einem deutschen Blockhäuser-Bauer aus Stuttgart, der übrigens im gleichen Hostel wie wir geschlafen und v.a. VERschlafen hat und mit dem wir uns noch im ersten Bus die ganze Zeit unterhalten haben.
Der Bus war allerdings ein Hammer: Es roch so unglaublich durchdringend nach Pisse, dass selbst das Durftspray vom Busfahrer keine Wirkung gezeigt hat.
Zum Glück konnten wir nach einer Stunde den Bus wechseln, aber noch nicht in den Bus mit unserem Gepäck. Den haben wir erst gegen Ende der Reise wiedergesehen.
Durch den Schneefall wurde die ganze Fahrt extrem behindert, sodass wir erst ein bisschen später an der Fähre angekommen sind, aber unser Busfahrer war so nett und hat uns und ein paar andere Leute direkt zur Fähre gebracht und nicht wie erwartet einige Kilometer davon entfernt abgesetzt. Vielleicht war das sein Weihnachtsgeschenk, denn wir hatten immerhin den 24.12.!

Reisebericht von Toronto an die Westküste Kanadas mit dem Zug

Kurzfristig haben Lea und ich beschlossen, über Weihnachten drei Wochen eine Zugfahrt an die Westküste Kanadas zu unternehmen.

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Ich bin am 12.12.08 mit Markus, einem Diamond-Mitarbeiter, von London nach Toronto gefahren und habe, nach ein paar Bieren mit Markus, um 2Uhr Nachts noch ins HI-Hostel Downtown eingecheckt. Markus ist ein 30jähriger Schweizer, der auf einer Weltreise seine peruanische Freundin kennengelernt hat. Da sie einen Job im Bankenwesen Torontos annehmen konnte hat Markus sich entschieden in London für Diamond zu arbeiten.

Während Lea von Europa nach Amerika gereist ist, habe ich am Samstag mehr als zwei Stunden im Coast Mountain Sports Toronto verbracht. Amanda, eine 21jährige Angestelle hat mir mit ihrer Reiseerfahrung große Hilfe geleistet. Beim Verlassen des Geschäftes war ich um Schlafsäcke(Nothface und Sierra Design ), Thermoskihosen von Hally Hansen, Polarhandschuhen der Marke Marmot und windundurchläßigen Gesichtsmasken reicher und um 600$ ärmer. Ich konnte nicht glauben, dass man umgerechnet für 350€ solch eine Ausrüstung bekommt, in Deutschland müßte man diese Summe locker pro Person ausgeben. Es hat definitiv Spaß gemacht da durch das Geschäft zu laufen, sich Sachen bringen zu lassen und einen so großen Einkauf zu tätigen, es war eine gute „Einstimmung“ auf das bevorstehende Abenteuer.
Die Eingekauften Sachen im Hostelschließfach verstaut, habe ich Lea am Mittag vom Flughafen abgeholt. In Toronto sind wir nicht lange geblieben, um genau zu sein: 4 Stunden.
In denen habe ich Lea in die kulinarischen Gewohnheiten eingeführt , wir haben Fastfood gegessen, Lebensmittel gekauft, die Sachen aus dem Hostel geholt und sind zum Bahnhof gelaufen. Der Zug fuhr um 22Uhr Richtung Westen.
Eine 3800 km lange Strecke stand uns bis Jasper, einem kleinen Ort in den Rocky Mountains, bevor. Selbstverständlich ohne Dusche und ohne Betten.
Die kanadischen Züge bieten jedoch sehr viel mehr Platz als Deutsche,sind aber lange nicht so modern. Was auf jeden Fall grundsätzlichvon der deutschen Bahn unterscheidetet, ist der Service. Zur Einschlafunterstützung haben wir Kissen, Decken, Ohrstöpsel und Schlafmasken bekommen und natürlich wurden wir die ganze Zeit freundlichbehandelt, aber das liegt wahrscheinlich auch am Naturell der Kanadier.

Während ein deutscher Zug allerdings vor allem fährt, steht ein Kanadischer eher und fährt gelegentlich auch gerne mal wieder ein Stück zurück.
Wir haben gerätselt, warum wir ständig stehen geblieben sind (Raucherpausen?) und die Lösung kam uns erst Tage später.
Es gibt oft nur ein Gleis und dh. ab und an muss einen Güterzug vorbeilassen werden. Oftmals fährt man dann also quasi in eine Gleis-Sackgasse, in der man dann stehen bleibt und den kilometerlangen Güterzug passieren lässt, setzt dann rückwärts und setzt die eigentliche Strecke fort.
Solche Beobachtungen und andere haben wir im 25°C warmen Waggon getätigt, wenn wir nicht gerade gelesen, gegessen, oder durch den Zug gelaufen sind. Es gab einen Speise-, Sightseeing- und Aufenthaltswaggon und der Weg dorthin war durch verschneite Verbindungsstücke zwischen den Waggons immer wieder interessant.
Was wir übrigens in den ersten zwei Zugtagen gesehen haben, war einfach nur Schnee. Schnee auf Bäumen, Schnee auf Wiesen, Schnee auf Häusern, Schnee auf Autos, Schnee auf Seen, Schnee auf Schienen, Schnee auf Mensch und Tier. Die Abwechslung hielt sich demnach mit weiß bedeckt, aber noch sind wir nur durch flaches Land gefahren. Berge gab es erst nach der dritten Nacht.
Es gab natürlich auch Orte auf der Strecke, die nennenswert sind, aber diese lassen sich an einer Hand abzählen: Winnipeg und Edmonton.
In Winnipeg sind wir kurz ausgestiegen und haben zum ersten Mal erlebt, wie es ist, wenn einem die Nasenlöcher mit dem ersten Windstoß von draußen zufrieren und wie sich -28° C + -13°C Windchill anfühlen.
Ich konnte dort außerdem noch das wundervolle Gefühl gewaschener Haare genießen, während Lea ihren Kapuzenpullover zu schätzen gelernt hat.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir uns noch nicht sicher, welche Route(von Jasper zurück und nach Churchill an die Hudson Bay, oder weiter durch die Rockys nach Prince Rupert) wir nun einschlagen sollen, aber bei einem gemütlichen Mittagessen mit einem älteren, schwarzen Ehepaar, fiel die Entscheidung. Wir haben uns gegen Churchill und für Prince Rupert entschieden und damit gegen Eisbären und für weitere Fahrten durch die Rocky Mountains, denen wir uns zu dieser Zeit auch schon gewaltig genähert hatten.

Eine Gegebenheit, die vielleicht die Kanadier beschreiben kann, waren die ab Winnipeg zugefrorenen Toiletten. Dem Zug zu urteilen muss dieser mehr als 20 Jahre alt sein, auch die Route im Winter wird schon länger angeboten. Somit frieren die Klos mit der Regelmäßigkeit der Winter jedes Jahr vom neuen zu. Kurzes Brainstorming meinerseits hat zwei leicht umzusetzende Lösungsmöglichkeiten ergeben: Entweder man versetzt das Toilettenspülwasser mit Frostschutzmittel, oder wärmt die Abwasserrohre.
Aber da dann die nur noch einzige vorhandene Toilette im Minutentakt mit warmen Flüssigkeiten der ca. 150 Personen an Bord durchströmt wird ist zumindest das Überleben der letzten Toilette gesichert und das Problem gelöst.

Am Dienstag, den 16.12.08, im beschaulichen Jasper angekommen, haben wir schon mit unserem ersten B&B-Telefonanruf einen Volltreffer gelandet und sind bei einem italienischen Auswandererpaar für die nächsten fünf Nächte untergekommen. Der Weg dorthin durch die Kälte war – sagen wir mal – interessant, aber als wir nach einer ordentlichen Dusche wieder losgegangen sind, haben wir uns wärmer angezogen und man es wirklich gut aushalten. Lange Unterwäsche war Pflicht und die Gesichtsmaske war einfach nur pures Überleben.
In den nächsten Tagen hatten wir ein volles Programm. Am ersten Tag mussten wir uns erst einmal eine Übersicht über die Unternehmungsmöglichkeiten in der Umgebung verschaffen und auch die weitere Route planen, aber schon am zweiten Tag standen wir mit unseren neuen Skihosen und geliehenen Skiern auf der Piste im Marmot-Basim.
Als absolute Anfängerin, war rückblickend für Lea, die schwierigste Hürde das Reinkommen in ihre Skischuhe. So verzweifelt war sie danach nicht mal nach ihrem schlimmsten Sturz, bei dem ich auf Grund diverser Anzeichen(Zensiert von Lea) dachte, Lea hat sich was gebrochen oder liegt gar im Sterben.

Man kann sagen, dass es gut lief. Lea scheint ein Naturtalent zu sein, wobei die Motivation etwas zu wünschen übrig ließ. Ich brauchte erst einmal wieder ein bisschen Übung und habe Lea ein paar Tricks gezeigt. Nach einer Stunde Idiotenhügel haben wir uns an den Schlepplift getraut. Und danach auf den Sessellift hinauf auf 3200Meter.
Das alles bei schönstem Wetter! Der Himmel war strahlend blau, der Schnee echt, die -20°C übrigens auch und es war gar nicht viel los im Skigebiet.
Natürlich gibt es viel zu wenig Fotos von diesem Tag, weil wir beide unsere Handschuhe nicht ausziehen wollten. Als es dann in den nächsten Tagen auch nicht wärmer wurde, haben wir gelernt mit dicken Handschuhen zu fotografieren, aber an diesem Tag haben wir uns damit noch schwer getan.
Mal ganz abgesehen von unseren gefrorenen Wimpern und vereisten Gesichtsmasken gibt es nur wenige Fotos, aber die haben es dafür in sich.

Die nächsten beiden Tage waren für uns dann nicht mehr so kalt, da wir die meiste Zeit in unseren Mietwagen saßen und uns so den Nationalpark angesehen haben.
Der erste Mietwagen war ein roter Smart mit dem wir 100 km zu den Columbia Icefields gefahren sind. Uns wurde gesagt, dass man diese gesehen haben muss – allerdings waren sie eigentlich so unspektakulär(vielleicht wegen Spitsbergen?), dass wir fast dran vorbei gefahren wären.

Der nächste Tag, Samstag 20.12.08, begann mit dem üblichen Start.
7Uhr 30 wecken mit nachfolgendem Badegang von Lea. Ich habe derweilen die Freiheit im Bett genossen. Nach einem Müslifrühstück und der Information, dass es Draußen -42°C ist, hat Lea die Nachbarschaft mit der Panikfunktion unseres Smarts’s geweckt. Leider war dies die letzte große Tat des Kleinen. Wir konnten ihn nicht überzeugen bei diesen Temperaturen seinen Motor in Betrieb zu nehmen. Zum Glück ist Jasper ein sehr überschaulicher Ort und der Weg zum Bahnhof, in dem unser Autovermieter untergebracht war, dauert keine 10 Minuten.
Ein kurz angebundener Mechaniker, in seinem 20 Jahre alten Riesen-Pickup hatte wohl noch nie einen Smart, oder ähnlich kleines Fahrzeug zu Gesicht bekommen. Kurze Suche nach der Batterie, im Kofferaum, im vorderen Bereich, unter den Sitzen, ließen ihn zu dem Entschluss kommen, dass der „Wagen“ nicht durch seine Hilfe wiederbelebt werden kann.
Wie viele Kanadier war er äußerst freundlich, auf den zweiten Blick, brachte uns zurück zum Bahnhof und wir bekamen einen neuen Mietwagen. Der Chrysler war mehr als ein hervorragender Ersatz. Voller Freude machten wir uns gen Osten, Richtung Hinton auf den Weg. Unsere Fahrt wurde mehrmals durch äußerst entspannte Bighorn Sheeps unterbrochen. Diese hatten keine Probleme mit geschmeidigen Sprüngen von Felsen zu Felsen und Felsen zu Straße. Am Rand eines fast zugefrorenen Flusses lief ein schwarzer Wolf seinen Weg und wir konnten nur über die unglaubliche Natur staunen. Steile Berge, riesige Täler, Wälder mit Flüßen durchzogen und alles mit Schnee bedeckt. Ich zähle mal ein paar besuchte Orte auf:
- Lac Beauvert
- Edith Lakes
- Medicene Lake
- Maligne Lake
- Miete hot Springs
Das war dann auch schon unser zweiter und letzter Tag mit einem Mietwagen, den wir zwar eigentlich noch bis zum nächsten Morgen gehabt hätten, aber um den Problem des Motorstartens aus dem Weg zu gehen, haben wir den Wagen noch abends beim Autovermieter abgestellt. Der Smart stand übrigens auch noch vor unserem B&B-Haus, als wir am nächsten Tag mit den großen Rucksäcken zum Bahnhof gelaufen sind, um nach Vancouver zu fahren.

2009

Wieder eine Woche vorbei. Die erste Arbeitswoche im neuen Jahr hat mit einer Überraschung bgonnen, mein Chef ist beim Weihnachtsdekorieren von einer drei Meter hohen Leiter gefallen und hat sich, wie ich…, seinen rechten Arm gebrochen(Distale Radiusfraktur). Konnte ihn mit meinem Fachwissen beeindrucken, habe dann aber erklärt, dass ich mir ebenfalls den Arm gebrochen hatte.  Er musste nicht operiert werden und arbeitet somit weiter. Jedenfalls bin ich jetzt seine rechte Hand^^, bedeutet ich muss in seinem Auftrag Sachen unterschreiben und Daten ausfüllen, naja.

Die Zeichnungen für die neuen Motoren der DA42 sind soweit alle umgestellt.In meiner zweiwöchigen Pause hat Hasibs Team ca. 400 Zeichnungen geändert und neu gezeichnet. Jetzt sind die Zeichnungen in der Prototypenproduktion. Zwischendurch kommen immer wieder Korrekturanfragen in unsere Abteilung, davon muss ich dann jeden Tag so 4Stück bearbeiten. Also Teile verändern, Löcher verschieben, Bemaßungen ändern und Sachen neu zeichnen.

Dann habe ich damit bekonnen, eine Work Instruction für den linken DA40 Flügel zu schreiben. Beteutet eine Arbeitsschrittanweisung zum Laminierplan das Flügels, also die einzelnden Schritte um mit Hilfe einer Form, Glas- Kohlefaser und Harz einen Flügel zu bauen.  Das wird momentan vom Composite-Bereich durchgelesen und vielleicht kann ich mal einen Auszug daraus veröffentlichen, sind abgefahrene Englischwörter drin, die ich alle nachschauen musste(wobei Internetlexika da nicht viel weiterhelfen).

Momentan arbeite ich an einem Multiple Choice Test über  DPS. DPS steht für Diamond Process Specifications.  Wenn zum Beispiel in einer Zeichnung steht “ Oberflächenbehandlung nach DPS001-002-RevB, dann steht dann in dieser DPS, wie und in welchen Schritten vorzugehen ist. Darin ist dann alles erklärt, alle Materialien beschrieben etc. pp.. Es gibt zirka 33 DPS von Diamond Canada mit entsprechenden unter Kategorien und es werde ca. 300 Fragen mit jeweils 4 Antwortmöglichkeiten. Mein Arbeitsauftrag lautet “ Erstell einen MC Test aus allen DPS für die Arbeiter in der Produktion, bitte nicht zu schwer, jeweils 4-10 Fragen pro DPS“. Das läßt mir ziemlich viel Freiraum für den Test und ich bin mal gespannt ob die Verantwortlichen damit zufrieden sind, hier mal ein Auszug aus dem bis jetzt fertigen:

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Definition of Terms and Register of Materials for composite production

1 What does “Cure” mean?

(a) To change the properties of a polymeric system into a more stable, usable condition by the use of heat, radiation, and/or catalyst, and with or without pressure; a non reversible process

(b) To change the properties of a polymeric system into a more unstable, usable condition by the use of heat, radiation, and/or catalyst, and with or without pressure; a non reversible process

(c) To change the properties of a polymeric system into a more unstable, usable condition by the use of heat, radiation, and/or catalyst, and without pressure; a non reversible process

(d) To change the properties of a polymeric system into a more stable, usable condition by the use of heat, radiation, and/or catalyst, and without pressure; a reversible process

2 What is “Bond”

(a) James Bond is a fictional character created in 1953 by writer Ian Fleming

(b) The adhesion of two parts together

(c) The flaking of two parts together

(d) The excess liquid mixed resin that flows out of a part during vacuum cure

Freitag Abend habe ich zusammen mit Tara, Petra und Josh bis 2h Nachts Bier getrunken und uns unterhalten. Ich muss sagen, dass ich mich hier mittlerweile richtig gut in Haus eingelebt habe und wirklich Glück mit Tara und Josh hatte!

Heute werde ich noch ein paar Erledigungen machen und Abends auf eine Party Downtown.

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